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Weniger Nettoeinkommen bei Reform der Minijobs
Die geplante schrittweise Abschaffung von Minijobs zugunsten sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung könnte die Sozialkassen um Milliarden entlasten. Für rund vier Millionen Betroffene würde dies jedoch sinkende Nettoeinkommen bedeuten.
Aktuell wird in der Politik diskutiert, Minijobs schrittweise in reguläre, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse zu überführen. Nach Berechnungen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) würde diese Reform die Sozialversicherungen im Jahr 2026 um etwa 4,5 Milliarden Euro entlasten – auf Kosten der Nettoeinkommen der betroffenen Minijobber.
In Deutschland gibt es derzeit rund sieben Millionen Minijobber. Von einer möglichen Reform ausgenommen wären Schüler, Studenten und Rentner, sodass etwa vier Millionen Beschäftigte in Nebentätigkeiten betroffen wären. Der durchschnittliche Verdienst im Minijob lag 2024 bei 72 Prozent des maximal möglichen Minijoblohns. Bei einer Verdienstgrenze von 603 Euro monatlich (ab 2026) entspricht dies einem Nettovorteil von etwa 130 Euro im Monat, den die Beschäftigten durch eingesparte Sozialversicherungsbeiträge haben.
Werden Minijobs in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung überführt, entfällt dieser Vorteil. Zwar erwerben die Beschäftigten dann volle Ansprüche, etwa auf Rente oder Arbeitslosenversicherung, doch sinkt ihr Nettoeinkommen. Gleichzeitig könnte die Reform Anreize schaffen, die Arbeitszeit auszuweiten, da die bisherige Optimierung auf geringe Stunden entfällt. Ob dies jedoch zu mehr Beschäftigung führt oder Arbeitsplätze wegfallen, ist laut IWH unklar.
Für die Sozialversicherungen wäre die Reform ein Gewinn: Mehr Beitragszahler entlasten die Systeme. Für viele Minijobber, die auf ihr Nettoeinkommen angewiesen sind, könnte die Umstellung jedoch eine finanzielle Belastung darstellen. Besonders betroffen wären Geringverdiener, die bisher von der Steuer- und Abgabenfreiheit profitierten. Ein Übergangszeitraum, wie von Experten empfohlen, könnte die Anpassung erleichtern.
