News
Versteckte Kürzungen bei Pflegereform befürchtet
Die geplante Pflegereform 2026 könnte nach Einschätzung des Vereins pflegender Angehöriger zu massiven Leistungskürzungen für Millionen Familien führen.
Wie der Bundesverband wir pflegen e.V. und der Verein Pflegende Angehörige e.V. mitteilen, sieht das Eckpunktepapier der Arbeitsgruppe „Zukunftspakt Pflege“ die Zusammenlegung bisheriger Leistungen in zwei neue Budgets vor: ein ambulantes Entlastungsbudget, das das heutige Pflegegeld ersetzen soll, sowie ein neues Pflegesachleistungs-Budget. Kritisch sehen die Verbände, dass die Gesamtausgaben gedeckelt werden sollen, was bei steigender Zahl Pflegebedürftiger zu einer Verwässerung der Leistungen führt. Beispielrechnungen zeigten mögliche Kürzungen von bis zu 60 Prozent im Einzelfall. Zudem sollen die Verhinderungspflege, der Entlastungsbetrag und die Kostenübernahme für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch gestrichen werden. Bisher konnten pflegende Angehörige größere Beträge flexibel einsetzen – etwa bei Krankheit, Urlaub oder Krisen. Statt der bisher möglichen jährlichen Leistungen von über 5.600 Euro stünden künftig nur noch monatliche Beträge von unter 100 Euro zur Verfügung, was die Organisation kurzfristiger Ersatzpflege erheblich einschränken würde. Die Reform setze zudem stark auf professionelle Pflegedienste, die vielerorts bereits überlastet oder gar nicht verfügbar seien. Gleichzeitig würden niedrigschwellige Hilfen wie die Nachbarschaftsunterstützung abgeschafft.
Ein Pflegefall kann schnell eintreten. Daher sollte man prüfen, ob eine private Pflegezusatzversicherung – etwa eine Pflegetagegeldversicherung oder eine Pflegekostenversicherung – bestehende Lücken der gesetzlichen Pflegeversicherung schließen kann. Angesichts der geplanten Kürzungen gewinnt diese individuelle Absicherung weiter an Bedeutung. Wir beraten Sie dazu gerne.
