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24.02.2026

Veränderte Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt

Staatliche Investitionen in Infrastruktur, Bildung oder Klimaschutz haben nicht nur direkte Auswirkungen auf die Wirtschaft, sondern verändern auch die Machtverhältnisse auf dem Arbeitsmarkt. 

Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie an der Bergischen Universität Wuppertal. Die Wissenschaftler untersuchten, wie sich unerwartete Erhöhungen staatlicher Ausgaben auf Beschäftigung, Produktion und Löhne auswirken. Dabei stellten sie fest, dass die klassischen Modelle, die vor allem den Nachfrageeffekt betrachten, zu kurz greifen. Vielmehr führen höhere Staatsausgaben dazu, dass Arbeitnehmende stärker auf Lohnangebote reagieren und eher bereit sind, für bessere Bezahlung den Arbeitsplatz zu wechseln.

Der Grund: Steigende Staatsausgaben werden langfristig durch höhere Steuern oder geringere Leistungen finanziert. Für Arbeitnehmende gewinnt jeder zusätzliche Euro an Bedeutung – sie sind eher bereit, auf bestimmte Annehmlichkeiten zu verzichten, um ein höheres Einkommen zu erzielen. Unternehmen verlieren dadurch einen Teil ihrer Lohnmacht und müssen stärker um Fachkräfte konkurrieren. Die Folge sind höhere Löhne, mehr Einstellungen und ein stärkerer Anstieg von Produktion und Beschäftigung.

Höhere Löhne können die Einkommenssicherung stärken und damit auch die Absicherung im Alter oder bei Arbeitsunfähigkeit verbessern. Gleichzeitig können steigende Löhne Einfluss auf die Beiträge zu Sozialversicherungen haben.