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Studie kritisiert Arbeitsbedingungen in der „Live-In-Betreuung“
Eine Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass osteuropäische „Live-In-Betreuerinnen“ in deutschen Privathaushalten häufig außerhalb des geltenden Arbeitsrechts beschäftigt werden. Die Forschenden fordern unter anderem bessere Kontrollen, leichteren Zugang zu Beratung und eine klare rechtliche Einordnung der Tätigkeit.
Das deutsche Pflegesystem stützt sich nach einer Studie des Hamburger Instituts für Sozialforschung und der Universität Hamburg in erheblichem Umfang auf die Arbeit migrantischer Live-In-Betreuerinnen. Demnach werden gesetzliche Vorgaben zu Arbeitszeit und Mindestlohn in der Praxis häufig umgangen. Genannt werden unter anderem Scheinselbstständigkeit, unklare Vertragsverhältnisse, Sprachbarrieren und eine starke Abhängigkeit von den betreuten Haushalten. Die Betreuungskräfte leben meist im Haushalt der pflegebedürftigen Person und sind dadurch häufig isoliert. Das erschwert es ihnen, ihre Rechte durchzusetzen oder Unterstützung zu erhalten.
Die Studie beschreibt zudem eine wachsende Versorgungslücke in der häuslichen Pflege. Viele Familien verfügen demnach weder über ausreichend Zeit noch über die finanziellen Mittel, um eine umfassende Betreuung selbst zu übernehmen oder regulär zu finanzieren.
Aus Verbrauchersicht betrifft die Entwicklung vor allem Familien, die Betreuung organisieren müssen. Pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen sollten darauf achten, ob Arbeitsverträge, Vermittlungsmodelle und Zuständigkeiten transparent geregelt sind. Eine private Pflegeversicherung kann Pflegekosten je nach Tarif teilweise abdecken, ersetzt aber keine rechtssichere Organisation der Betreuung und keinen ausreichenden Schutz der Beschäftigten.
