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Einkommensungleichheit in Deutschland erreicht erneut hohes Niveau
Die verfügbare Einkommensverteilung in Deutschland ist laut einem neuen Bericht seit 1992 deutlich ungleicher geworden. Während die Lohnspreizung zuletzt zurückging, nahmen Armut und Einkommensunterschiede zwischen Haushalten weiter zu.
Die Einkommensungleichheit in Deutschland ist nach den neuesten Daten des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) erneut stark ausgeprägt. Auch die Einkommensarmut nahm langfristig zu. Der Anteil der Haushalte mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens stieg von 11,9 Prozent im Jahr 1992 auf 17,3 Prozent im Jahr 2024. Der Anteil der Haushalte in strenger Armut, deren Einkommen unter 50 Prozent des Medians liegt, erhöhte sich im selben Zeitraum von 5,9 auf 10,4 Prozent.
Parallel schrumpfte die untere Mittelschicht. Ihr Anteil sank von 38 Prozent im Jahr 1992 auf knapp 33 Prozent im Jahr 2024. Der Anteil der oberen Mittelschicht blieb dagegen weitgehend stabil. Die Zahl der einkommensreichen Haushalte veränderte sich ebenfalls nur begrenzt, allerdings wuchsen die Einkommen an der Spitze deutlich stärker als in anderen Bevölkerungsgruppen.
Eine gegenläufige Entwicklung zeigt sich bei den Löhnen. Das Verhältnis zwischen hohen und niedrigen Vollzeitlöhnen ging nach einem Höchststand von 3,52 im Jahr 2015 auf 2,89 im Jahr 2024 zurück. Als wichtige Gründe nennt der Bericht die Einführung und Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns sowie Verbesserungen in einzelnen tarifgebundenen Branchen.
Dass sich die Lohnentwicklung nicht stärker auf die Haushaltseinkommen auswirkte, führen die Forschenden unter anderem auf eine nachlassende Umverteilungswirkung von Steuern und Sozialtransfers zurück. Zudem kann Teilzeitbeschäftigung, etwa wegen fehlender Kinderbetreuung, das Haushaltseinkommen begrenzen. Sehr hohe Einkommen stammen häufig nicht nur aus Arbeit, sondern auch aus Vermögen.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher wirkt sich die Einkommensentwicklung unter anderem auf die private Vorsorge aus. Haushalte mit niedrigen oder unsicheren Einkommen haben oft weniger Spielraum für eine private Renten-, Berufsunfähigkeits- oder Pflegevorsorge. Wir beraten Sie gerne dazu, wie Sie sich auch mit geringen Beiträgen privat absichern können.
