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13.10.2026

Sachverständige bewerten geplante Führerscheinreform unterschiedlich

Bei einer Anhörung im Verkehrsausschuss stieß die geplante Reform der Fahrausbildung auf Zustimmung und Kritik. Umstritten sind vor allem vollständig digitaler Theorieunterricht und zusätzliche Fahrpraxis unter Anleitung nahestehender Personen.

Der Gesetzentwurf soll den Erwerb des Führerscheins kostengünstiger machen und Verwaltungsverfahren vereinfachen. Vorgesehen sind unter anderem der Wegfall der Präsenzpflicht beim Theorieunterricht, ein reduzierter Fragenkatalog und Änderungen an der praktischen Ausbildung. Eine Experimentierklausel soll ermöglichen, Fahrpraxis auf öffentlichen Straßen auch unter Anleitung etwa von Eltern zu sammeln.

Vertreterinnen und Vertreter der Fahrschulbranche warnten bei der Anhörung vor möglichen Einbußen bei Ausbildungsqualität und Verkehrssicherheit. Sie sprachen sich unter anderem für verbindliche Präsenzanteile, persönliche Lernbegleitung und nachvollziehbare Lernstandskontrollen aus. ADAC, Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung sowie die Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen begrüßten dagegen Teile der Reform. Sie verwiesen auf mögliche Kostensenkungen, mehr Flexibilität und eine stärkere Ausrichtung auf den individuellen Lernstand.

Auch aus Verbrauchersicht stehen damit zwei Anliegen nebeneinander: ein bezahlbarer Führerschein und eine Ausbildung, die sichere Teilnahme am Straßenverkehr gewährleistet. Käme es durch eine schlechtere Ausbildung zu mehr Unfällen, könnte sich das auf die Versicherungsprämien gerade für Fahranfänger auswirken.