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Hochwasserkatastrophe 2021: Risikomanagement muss dringend nachgebessert werden
Die Flutkatastrophe vor fünf Jahren zeigte gravierende Lücken in der Gefahrenkartierung und Risikokommunikation. Eine aktuelle Studie fordert bessere Warnsysteme und Evakuierungsstrategien.
Die Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 in Deutschland und Belgien kostete über 200 Menschen das Leben. Eine Analyse von Forschenden der Universität Potsdam und weiterer Institute zeigt, dass sich viele Todesfälle außerhalb der amtlich kartierten Hochwassergefahrenzonen ereigneten – in Nordrhein-Westfalen 50 Prozent, in Rheinland-Pfalz sogar 75 Prozent. Besonders betroffen waren ältere Menschen, die 72 Prozent der Opfer ausmachten. Viele starben in Kellern oder Erdgeschossen, als sie versuchten, Schäden zu begrenzen oder Aufräumarbeiten durchzuführen.
Die Studie betont, dass die verfügbaren Hochwassergefahrenkarten die Risiken für die Öffentlichkeit nicht ausreichend abbilden. Historische Hochwasser und Worst-Case-Szenarien müssten künftig stärker berücksichtigt werden. Zudem fehle es an klaren Warnmeldungen, die zwischen Schadensminderung und lebensrettenden Verhaltensweisen unterscheiden. Evakuierungsstrategien für schutzbedürftige Gruppen wie ältere oder mobilitätseingeschränkte Menschen seien unzureichend.
Für Versicherte ist die Studie ein Appell, die eigenen Risiken – etwa durch Elementarschadenversicherungen – realistisch einzuschätzen. Gleichzeitig unterstreicht sie die Bedeutung präventiver Maßnahmen, um im Schadensfall schnell und gezielt handeln zu können.
