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03.03.2026

Cyberangriffe belasten Unternehmen

Jedes siebte Unternehmen in der Informationswirtschaft und jedes achte im verarbeitenden Gewerbe meldet Schäden durch Cyberangriffe. 

Cyberangriffe bleiben eine zentrale Bedrohung für die deutsche Wirtschaft: Laut einer aktuellen Studie des ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung haben im vergangenen Jahr etwa 14 Prozent der Unternehmen in der Informationswirtschaft und 12 Prozent im Verarbeitenden Gewerbe Schäden durch solche Angriffe erlitten. Besonders betroffen sind größere Unternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten. Die Folgen reichen von Betriebsunterbrechungen über finanzielle Verluste bis hin zum Abfluss sensibler Daten.

Die EU-Richtlinie NIS-2, deren Umsetzungsgesetz in Deutschland am 6. Dezember 2025 in Kraft trat, verschärft die Cybersicherheitsanforderungen für Unternehmen. Während die erste NIS-Richtlinie vor allem Betreiber kritischer Infrastrukturen erfasste, bezieht NIS-2 nun deutlich mehr und auch kleinere Unternehmen aus zusätzlichen Sektoren ein – darunter Anbieter digitaler Dienste sowie Industriebranchen wie Chemie oder Lebensmittelproduktion. Die Richtlinie definiert Mindeststandards, führt Meldepflichten bei Sicherheitsvorfällen ein und verschärft die Sanktionsregelungen. Betroffene Unternehmen müssen sich bis zum 6. März 2026 beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registrieren.

Rund 57 Prozent der nach eigener Einschätzung betroffenen Unternehmen aus der Informationswirtschaft und dem Verarbeitenden Gewerbe geben an, die neuen Vorgaben bereits weitgehend zu erfüllen. Allerdings äußern 17 Prozent, die Anforderungen bislang eher nicht oder überhaupt nicht zu erfüllen. Während etwa die Hälfte der Unternehmen in der Richtlinie einen Beitrag zur Stärkung der Cybersicherheit sieht, kritisieren rund 60 Prozent den administrativen Aufwand als zu hoch und die Meldepflichten als zu umfangreich. Auch die möglichen Sanktionen werden von vielen als überzogen bewertet.

Für Unternehmen wird es zunehmend wichtig, sich nicht nur technisch, sondern auch versicherungstechnisch gegen Cyberrisiken abzusichern. Eine spezielle Cyber-Versicherung kann helfen, finanzielle Verluste durch Angriffe abzufedern und unterstützt oft auch bei der Bewältigung von Vorfällen. Verbraucher sollten prüfen, ob ihre private Haftpflichtversicherung Schäden durch Cyberangriffe auf private Geräte abdeckt – etwa bei Identitätsdiebstahl oder Datenverlust.