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14.02.2026

Reform der Altersvorsorge

Die Bundesregierung will die staatlich geförderte Altersvorsorge grundlegend reformieren und setzt dabei auf renditeorientierte Depots und höhere Zulagen. Kritiker fordern mehr Flexibilität und niedrigere Kosten.

Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Reform der staatlich geförderten Altersvorsorge vorgelegt, der die bisherige Riester-Förderung ablösen und die private Vorsorge „revitalisieren“ soll. Kernstück ist die Einführung eines neuen „renditeorientierten Altersvorsorgedepots“ ohne Kapitalgarantie, das als Alternative zu den bisherigen Garantieprodukten angeboten wird. Sparer können weiterhin zwischen Produkten mit 80 oder 100 Prozent Kapitalgarantie wählen, erhalten aber mit dem neuen Depot die Möglichkeit, höhere Renditechancen zu nutzen – bei entsprechendem Risiko.

Die Förderung wird deutlich attraktiver: Für jeden gesparten Euro gibt es künftig eine Grundzulage von 30 Cent, ab 2029 sogar 35 Cent, bis zu einem Sparbetrag von 1.200 Euro. Für jeden weiteren Euro bis 1.800 Euro werden 20 Cent gewährt. Neu ist auch die beitragsproportionale Kinderzulage: Pro Kind gibt es 25 Cent pro gesparten Euro, maximal 300 Euro pro Kind.

Die Bundesländer üben in ihrer Stellungnahme Kritik und fordern unter anderem, den steuerlich absetzbaren Sparbetrag von 1.800 auf 3.000 Euro anzuheben. 

Geprüft werden soll, ob der Kreis der Förderberechtigten auf Selbstständige oder sogar alle Erwerbsfähigen ausgeweitet werden kann. Zudem will die Regierung die im Entwurf vorgesehene zulässige Kostenhöhe von 1,5 Prozent pro Jahr nochmals bewerten, nachdem der Bundesrat diese als zu hoch kritisiert hatte.

Die Reform hat direkte Auswirkungen auf das Angebot von Versicherungen und Banken im Bereich der Altersvorsorge. Die Einführung renditeorientierter Depots ohne Garantien könnte die Nachfrage nach klassischen kapitalgedeckten Rentenversicherungen verändern. Gleichzeitig steigt der Beratungsbedarf, da Sparer künftig stärker zwischen Renditechancen und Risiken abwägen müssen. Wir beraten Sie dazu gerne.