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06.01.2026

Steuerentwicklung in der EU

In mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern steigen die Körperschaftsteuersätze, während Deutschland plant, seine Unternehmensbesteuerung schrittweise zu senken. Für Unternehmen und Versicherer ändern sich damit die Rahmenbedingungen für Investitionen und Risikoabschätzungen.

Die steuerliche Landschaft in Europa verändert sich: Aktuelle Daten des Mannheim Tax Index 2025 zeigen, dass sich die Körperschaftsteuersätze in mehreren mittel- und osteuropäischen Ländern dem EU-Durchschnitt annähern. Estland, Litauen, die Slowakei, Slowenien und Tschechien haben ihre Sätze spürbar erhöht – eine Reaktion auf die finanziellen Belastungen der vergangenen Krisenjahre und den wachsenden Bedarf an stabilen Staatseinnahmen.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass sich die Standortattraktivität in der EU zunehmend weniger über niedrige Steuersätze, sondern über gezielte steuerliche Anreize – etwa Abschreibungsregeln – definiert. Diese indirekten Faktoren beeinflussen die Kapitalkosten und damit die Renditeerwartungen von Investitionen.

Für Versicherungen sind diese Entwicklungen relevant, da sich mit den Steuersätzen auch die Risikoprofile von Unternehmen ändern können – etwa bei Investitionsentscheidungen oder der Absicherung von Betriebsunterbrechungen. Eine frühzeitige Auseinandersetzung mit den neuen steuerlichen Rahmenbedingungen hilft, mögliche Auswirkungen auf Policen und Prämien besser einzuschätzen.